Das erste Oktoberwochenende

Weil Sebastian mal richtig was zu Haus erledigen und nicht immer zwangspausiert werden wollte, schlug er mir vor mal mit Helene weg zu fahren. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, und fuhr mit einer Freundin ein verlängertes WE an den Bodensee. Es war herrlich! Hätte ich gewusst, dass dieses WE mein Leben völlig umwerfen würde, wäre ich niemals weg gefahren.Den ersten Abend war am Telefon noch alles ok, am zweiten wirkte er schon komisch. Er sagte, er hätte Herzrasen, weil sie den ganzen Tag im Garten geschuftet hätten. Plausibel und den Rat doch kürzer zu treten. Sonntag führen wir wieder nach Haus, und er war immer noch eigenartig. Dennoch, ich freute mich auf ihn. Enttäuschend war, das er nicht zu Haus war als wir kamen. Aber gedacht hätte ich mir nichts. Als er dann da war, vermittelte er mir weiter ein komisches Gefühl und war recht distanziert. Ich scherzte noch, das wenn er uns nicht mehr wolle, ich mit Helene an den Bodensee ziehe. Im Nachhinein hasse ich diese Satz! Die neue Arbeit hatte ich gerade aufgenommen, Sebastian war immer noch komisch und ich fragte ihn, ob er mir den darauffolgenden Tag mitteilen könne, was los ist. Er bejahte..Danach dreht sich alles. Ich brachte Helene in den Kindergarten und fuhr wieder zu ihm nach Haus und hab darauf bestanden mir zu sagen, was los sei. Ich wusste was kommen würde...Kurze Zeit später sagte er, er wüsste nicht, ob er noch mit mir zusammen sein wollte. Um mich wurde alles schwarz. Mir war unendlich schlecht und ich schwitzte. Ich fing an zu weinen und ich konnte überhaupt nicht fassen, was er da gerade sagte. Ich heulte und schrie und bin in mein Auto. Er ging, ohne eine Regung an mir vorbei. Wie ein fremder. Ich hatte noch nie so eine Kälte gespürt. Später beim telefonieren sagte er, das er nicht alles einfach so aufgeben wolle und ließ mich kurze Zeit später noch einen Sanierungskredit für das Haus unterschreiben. Es war kalt zwischen uns und ich war gebrochen, es folgten auch keine wirklichen Gespräche. Instinktiv, oder aus Provokation suchte ich mir eine Wohnung. Ich fragte, was denn jetzt sei, und seine Antwort war:" es geht nicht mehr." und schlief seelenruhig auf der Couch ein. Es lief alles wie im Film ab. Der Gedanke das Helene nun nur noch bei einem Elternteil aufwächst, machte mich traurig. Ich selbst hatte es erlebt und fand es schlichtweg scheisse. Der neue Job lenkte zwar etwas ab, aber ich war total geschüttelt von den Ereignissen. Seine Mutter meinte zu mir, das sie glaubt, das er eine andere hat. Ich verneinte, und meinte, das ich es ihm nicht zutrauen würde und ich doch eigentlich immer weiß wo er ist. Aber das Misstrauen war geweckt. Also fing ich an, seine Aktivitäten in diversen Netzwerken zu kontrollieren, zB in 'zuletzt online' Statuten.

12.1.16 13:40

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